LE MAGAZINE ALLEMAND «DIE ZIET»

LE MAGAZINE ALLEMAND «DIE ZIET»
Article en allemand demandant que l’anglais devienne la langue officielle de
l’Europe.

Quel désastre!
Ce type ne comprend rien à l’Europe.
Il faut faire quelque chose.

Anna Maria Campogrande

Anna-Maria.Campogrande@cec.eu.int

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Chère Madame,
Je vous fais suivre un article de la "Une" du magazine allemand "Die Zeit",
comparable de par son influence au "Monde" en France. L’auteur, de surcroît
membre du Haut Conseil franco-allemand pour la culture (?), demande que
l’anglais devienne la langue officielle de l’Europe.

Ludger Staubach

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Wenn die Effizienz immer mehr herrscht, gerät es alles eben doch nach dem
amerikanischen Modell, das der Verf. ja nicht will. Übrigens wie pikant: J.
Fritz-Vannahme ist Mitglied im Dt.-Frz. Kulturrat (Haut Conseil culturel
franco-allemand)
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DIE ZEIT, Nr. 10 vom 5. März 2002, Titelseite

Courage, Europa
Konvent sucht: Verfassung. Und Sprache. Englisch, was sonst?

Von J. Fritz-Vannahme

Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Tony Blair und Gerhard Schröder
wünschen sich den Europäischen Rat der Chefs, der zugleich transparenter und
effizienter wird. Doch warum fällt diese willkommene Erneuerung den beiden
erst jetzt ein? Was sie wollen, hätten sie längst gekonnt. Umgekehrt wird
also ein Argument daraus: Weil der Rat zum exklusiven Konklave verkommen ist
– unter den Händen selbstverliebter Chefs, die sich nicht reinreden lassen
-, bedarf er dringend der demokratischen Kur.
Und beileibe nicht nur der Ministerrat. Die beiden Schelme rücken mit ihrer
famosen Idee in dieser Woche heraus, da der Verfassungskonvent in Brüssel
sich ans Werk macht. Geschaffen haben dieses Gremium mit demnächst 105
Politikern aus 28 Nationen just die Blairs und Schröders, als sie in Nizza
nicht mehr herausfanden aus ihrem selbst gezimmerten Labyrinth der
Institutionen und Verträge. Der Konvent soll schaffen, was der Rat nicht
mehr vermag: das Europa von morgen. Mit politischen Instanzen, die alle
Ansprüche einer Demokratie erfüllen, also Legitimität und Effizienz sichern.
Dem Nationalstaat schwinden die Kräfte; nicht erst seit dem 11. September
staksen die Herren aus London, Paris oder Berlin ungelenk über die
Weltbühne. Doch Europa wächst nicht von selbst zu, was seine Nationen
einbüßen.

Wer auf Abhilfe sinnt, muss hoch hinaus. Nur eine Versammlung der Freidenker
wird den Weg zum Erfolg finden, und ihr Präsident Valéry Giscard d’Estaing
muss sie dabei ermutigen. Konvent meint das Gegenteil von Konvention, um
Tabus darf sich da keiner scheren: Also her mit den gefürchteten K-, V- oder
F-Wörtern. K wie Konstitution oder V wie Verfassung, warum nicht? Selbst
Briten zucken davor nicht mehr zurück. F wie Föderalismus, nur keine Angst,
denn wer auslotet, was künftig Sache der Union sein und was Vorrecht ihrer
Mitglieder bleiben soll, der bewegt sich zwangsläufig auf föderalem Grund.
Vereinigte Staaten von Europa? Schon wieder wehren alle ab. Dabei geht es
einzig um eine postnationale Machtverteilung zwischen dem Ganzen und seinen
Teilen. Wo "Ich" war, soll "Wir" werden.

Wer also dem Konvent allen Erfolg wünscht, der will die "Vereinigten
Staaten" mit einer Verfassung, kurz und klar, damit im Bermuda-Dreieck von
Rat, Kommission, Parlament nicht noch mehr Vertrauen verschwindet. Der will
ein Europa mit föderaler Struktur, und kein Modell kann dafür Pate stehen,
nicht das amerikanische und nicht das deutsche. Da muss sich die Fantasie
der Konventler schon ihre eigene Bahn brechen.

All das bedeutet auch: Mut zur europäischen Öffentlichkeit. Also eine
gemeinsame Sprache. Längst gibt es sie: Auf Englisch tagen etwa Kommission
oder Europäische Zentralbank. Zugegeben, auch die erweiterte Union braucht
viele Amtssprachen, aus Respekt vor ihren Bürgern. Doch fürs Gemeinsame
drängt sich Englisch als Arbeitssprache längst auf, aus reiner Effizienz.
Ein erweitertes Brüssel darf kein Babylon sein.

Europa soll lesbar werden. Doch Schröder und Blair liefern da nur
Randnotizen.

(le 8 mars 2002)